Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage

Dr. Emil Vodder und seine Frau Estrid entwickelten in den 1930er Jahren die Drainage zur Anregung des Lymphabflusses. Sie nannten sie manuelle Lymphdrainage, weil diese Methode ausschließlich mit den Händen ausgeführt wird. Die manuelle Lymphdrainage ist eine Behandlungsform, mit der das Lymphgefäßsystem im ganzen Körper unterstützt und angeregt wird.

Entlang der Lymphwege wird mit sanften rhythmischen, schmerzfreien und langsam ausgeführten kreis- und spiralförmigen Griffen das Lymphsystem aktiviert und das Gewebe entspannt.

Durch ihre Drainagewirkung unterstützt sie das Lymphsystem, kräftigt das Immunsystem und wirkt durch ihre feinen Bewegungen entstauend, wohltuend und entspannend.

 

Das Lymphsystem besteht aus Lymphgefäßen und etwa 600 bis 1.000 Lymphknoten. Es durchzieht den ganzen Körper und wird durch verschiedene Hilfsmechanismen wie aktive Muskelbewegungen, Atmung und Schwerkraft unterstützt. Die Muskulatur ist in den Lymphgefäßwänden nur schwach ausgebildet und reicht deshalb alleine nicht aus, um die Lymphe beispielsweise von den Beinen zu den Venenwinkeln (Gebiet, in dem das lymphatische System in den venösen Blutkreislauf einmündet) hinter dem Schlüsselbein zu befördern.

Durch den Druck innerhalb der Blutgefäße der wässrige Anteil des Blutes (Blutplasma) zusammen mit Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen, Sauerstoff und auch Medikamentenwirkstoffe aus den feinen arteriellen Blutkapillaren ins Gewebe gepresst.

Dieses Gewebewasser fließt in den Zwischenzellraum und ist Nahrung für die Zellen. Diese nehmen alle Stoffe, die sie für sich und ihre Arbeit, den Stoffwechsel, benötigen, heraus.

Gleichzeitig geben sie ihre Stoffwechselendprodukte wie zum Beispiel Hormone, aber auch alle Abfallstoffe (Schlacken) sowie Kohlendioxid in diese Flüssigkeit ab.

 

Etwa 90 % dieser Flüssigkeit werden von den venösen Blutkapillaren wieder in das Blutgefäßsystem aufgenommen. Die restlichen 10 % (etwa 2 Liter pro Tag) werden über das Lymphgefäßsystem abtransportiert und dem venösen Blutsystem zugeführt.

Auf dem langen Weg durch den Körper nimmt die Flüssigkeit weitere, vom Körper nicht benötigte oder schädliche Stoffe wie Zelltrümmer, Staubpartikel, Fremdstoffe, Viren und Bakterien in sich auf. In den Lymphknoten, die als Filterstationen in dieses Leitungssystem eingeschaltet sind, wird die Lymphe gereinigt, Viren und Bakterien werden abgetötet.